Neues Waffenrecht

das Wichtigste für Jäger

Am 1. April 2008 ist das neue Waffengesetz in Kraft getreten, das der Bundestag am 22. Februar 2008 verabschiedet hat.

Hier einige den Jäger betreffende Regelungen, vorbehaltlich etwaiger Änderungen:

Erbrecht:

Ererbte Wbk-pflichtige Waffen müssen nur mit einem Blockiersystem versehen werden, wenn der Erbe keine Berechtigung (Wbk) vorweisen kann. Ausnahmen können auf Antrag zugelassen werden, wenn für die bestimmten Waffen noch kein entsprechendes Blockiersystem erhältlich ist. Wbk-Inhaber benötigen für ererbte Waffen generell kein Blockiersystem.

Anscheinswaffen:

Frei zu erwerbende Softairwaffen, die scharfen Militärwaffen täuschend ähneln, fallen unter den neuer Anscheinsparagrafen 42 und dürfen nicht mehr geführt werden. Der Verkauf und der Besitz sind weiterhin gestattet. Alle scharfen Schusswaffen, für deren Führen man einen Waffenschein bedarf (Groß oder Klein), fallen nicht unter den neuen so genannten Anscheins-Paragrafen. Feuerwaffen, die Militärwaffen täuschend ähnlich sehen und zu jagdlichen Zwecken eingesetzt werden können, dürfen weiterhin im Rahmen der Jagdausübung oder auf dem Schießstand geführt werden.

Messer:

Hieb- und Stoßwaffen sowie Messer mit einhändig feststellbarer Klinge gleich welcher Klingenlänge und festehende Messer ab 12 Zentimeter Klingenlänge dürfen nicht mehr geführt werden. Das gilt nicht für den Transport in einem verschlossenen Behältnis und sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt, also z. B. auf der Jagd oder im Zusammenhang mit der Ausübung eines Berufes, der Brauchtumspflege, dem Sport oder einem anderen allgemein anerkannten Zweck.

Transport der Jagdwaffe:

Auf allen Nicht-Jagdfahrten (zum Schießstand, zum Büchsenmacher und Ähnlichem) muss die Waffe in einem verschlossenen Behältnis (z. B. abschließbarer Waffenkoffer oder abschließbares Gewehrfutteral) transportiert werden. Bisher reichte ein einfaches geschlossenes Behältnis (z. B. Futteral ohne Schloss) aus.

Beim Führen der Schusswaffe auf Fahrten von und zur Jagd sowie im Zusammenhang damit (kleinere Umwegen, Unterbrechungen, Schüsseltreiben) darf die Waffe weiterhin zugriffsbereit sein. Sie muss aber vollständig entladen sein, auch das Magazin. Das gilt auch für mitgeführte Kurzwaffen. Wird das Magazin entfernt, dürfen die Patronen drin bleiben.

Ausfuhrdokument:

Es gibt nicht wie ursprünglich geplant eine gesonderte Ausfuhrgenehmigung, wenn ein Jäger mit seiner Waffe in ein Drittland (außerhalb der EU) reisen will. Wbk, EU-Feuerwaffenpass (für Reisen innerhalb der EU), INF-3-Zollpapier und Jagschein reichen als Legitimation weiter aus. Frühestens ab 2010 soll eine solche zusätzliche Genehmigung für den Handel eingeführt werden.

Erstellt am 11.04.2014
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